Bundestakt
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Sitzung 21/77 · 07. Mai 2026

Was im Bundestag verhandelt wurde

Kontroversanalysiert am 12. Mai 2026Original-PDF
Dieser Entwurf ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen mit Behinderung, die seit Jahrzehnten in Deutschland vertröstet werden.
Corinna RüfferBÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Rüffer kritisierte in der ersten Lesung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes scharf den Koalitionsentwurf. Vor dem Bundestag hatten zeitgleich tausende Menschen mit Behinderungen gegen den Gesetzentwurf demonstriert.

Management Summary

Was du wissen musst

Bundestag, 7. Mai 2026 – Barrieren, Beiträge und Steuerpolitik

Drei Debatten, ein roter Faden: Wer trägt in diesem Land die Lasten – und wer bleibt draußen? Die Sitzung zeigte eine Koalition, die Reformvorhaben vorantreibt, dabei aber von allen Seiten unter Druck gerät.

Gesetzentwurf: Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes

Die erste Lesung zur Novelle des BGG war die emotionalste Debatte des Tages. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) verteidigte den Entwurf als wichtigen Schritt: Erstmals sollen auch private Unternehmen zu angemessenen Vorkehrungen für Menschen mit Behinderungen verpflichtet werden. Wilfried Oellers (CDU/CSU) begrüßte die Reform, mahnte aber, der Bund müsse beim Abbau eigener Barrieren schneller werden.

Die Opposition ließ kaum ein gutes Haar am Entwurf. Corinna Rüffer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) nannte ihn einen „Schlag ins Gesicht" der Betroffenen und verwies auf die laufenden Proteste vor dem Kanzleramt. Sören Pellmann (Die Linke) kritisierte den Grundwiderspruch des Gesetzes: Es wolle Barrierefreiheit fördern, schütze dabei aber gleichzeitig die Wirtschaft vor jeder Belastung. Auch innerhalb der SPD meldete sich Heike Heubach kritisch zu Wort – und verwies darauf, dass die gleiche Debatte schon 2016 identisch geführt worden sei.

Aktuelle Stunde: Finanzierung des Gesundheitssystems

Der zweite große Block drehte sich um steigende Kassenbeiträge. Die Grünen hatten einen Antrag eingebracht, der auf Basis von 66 Reformempfehlungen einer Expertenkommission eine Beitragssenkung um 2 Prozentpunkte fordert. Britta Haßelmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) warf der Koalition vor, die Empfehlungen der eigenen Kommission zu ignorieren und stattdessen 1,75 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds zu entnehmen.

Sascha van Beek (CDU/CSU) und Katrin Staffler (CDU/CSU) verteidigten den Regierungskurs als notwendige Stabilisierungsmaßnahme und nannten den Grünen-Antrag „plumpen Populismus". Ates Gürpinar (Die Linke) und Stella Merendino (Die Linke) warfen der Koalition vor, die Lasten auf Versicherte und Beschäftigte abzuwälzen, statt Reiche und Arbeitgeber stärker heranzuziehen. Der AfD-Redner Martin Sichert nutzte die Debatte für Migrationspolemik und wurde von Serdar Yüksel (SPD) scharf zurückgewiesen.

AfD-Antrag: Abschaffung des Solidaritätszuschlags

Zum Tagesabschluss debattierte der Bundestag erneut über den Restsoli. Kay Gottschalk (AfD) forderte die vollständige Abschaffung. Olav Gutting (CDU/CSU) und Parsa Marvi (SPD) lehnten den Antrag ab – nicht weil der Soli sakrosankt sei, sondern weil eine isolierte Abschaffung ohne Gegenfinanzierung ein 13-Milliarden-Loch reiße. Doris Achelwilm (Die Linke) verteidigte den Soli als sozial gerechtes Instrument. Der Antrag wurde abgelehnt.

Stimmung der Debatte

Wie wurde diskutiert?

Konstruktiv

Die Debatte war überwiegend sachlich und lösungsorientiert.

Kontrovers

Die Positionen gingen deutlich auseinander – es wurde leidenschaftlich diskutiert.

Konfrontativ

Die Debatte war von scharfen Auseinandersetzungen und persönlichen Angriffen geprägt.

Einordnung dieser Sitzung

Die Debatten verliefen durchgehend scharf, besonders beim Behindertengleichstellungsgesetz, wo selbst Koalitionsrednerinnen wie Heike Heubach und Angelika Glöckner öffentlich Nachbesserungen anmahnten. Die Gesundheitsdebatte eskalierte mehrfach in Zwischenrufen und Kurzinterventionen. Konstruktive Annäherungsversuche gab es vereinzelt – etwa beim Sportförderantrag –, sie blieben aber die Ausnahme.

Die wichtigsten Themen

Worum es wirklich ging

01

Barrierefreiheit für alle – oder doch nicht?

Hintergrund

Die Bundesregierung hat einen Entwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) vorgelegt. Erstmals sollen auch private Unternehmen verpflichtet werden, angemessene Vorkehrungen für Menschen mit Behinderungen zu treffen – etwa mobile Rampen oder leicht verständliche Informationen. Bisher galt das Gesetz nur für Bundesbehörden. Gleichzeitig sieht der Entwurf keine allgemeine Baupflicht für Privatunternehmen vor und erlaubt es, Maßnahmen als 'unverhältnismäßig' abzulehnen. Der Behindertenbeauftragte Jürgen Dusel und zahlreiche Verbände kritisierten den Entwurf als zu zahnlos. Vor dem Bundestag demonstrierten tausende Menschen.

Was heißt das für dich?

Behinderungen treffen nicht nur Ältere – ein Unfall, eine psychische Erkrankung oder eine Geburt können dazu führen, dass man plötzlich auf Barrierefreiheit angewiesen ist. Wer studiert oder arbeitet, stößt oft auf unzugängliche Gebäude, schwer verständliche Onlineportale oder Arztpraxen ohne Aufzug. Barrierefreie Arbeitswelten bedeuten auch mehr potenzielle Kolleginnen und Kollegen und ein inklusiveres Umfeld. Außerdem: 13 Millionen Menschen mit Behinderung sind auch Kundinnen, Kunden und Arbeitskräfte – Inklusion ist ein wirtschaftliches Argument.

Positionen der Parteien(5)Anzeigen
CDU/CSU

Die Union trägt den Entwurf als Koalitionspartner mit und sieht darin wichtige erste Schritte, etwa das Bundeskompetenzzentrum für Leichte Sprache und feste Fristen für Bundesbauten bis 2035. Gleichzeitig mahnen Redner wie Wilfried Oellers und Marc Biadacz an, dass der Bund beim eigenen Tempo schneller werden müsse.

Wenn wir glaubwürdig mehr Barrierefreiheit von der Privatwirtschaft einfordern wollen, dann muss der Staat selbst schneller liefern."
SPD

Die SPD verteidigt den Entwurf als wichtigen, aber noch nicht ausreichenden Schritt. Ministerin Bas und Abgeordnete wie Angelika Glöckner und Heike Heubach fordern im parlamentarischen Verfahren mehr Verbindlichkeit für die Privatwirtschaft. Heubach kritisierte öffentlich, dass die gleiche Diskussion bereits 2016 geführt worden sei – ohne Ergebnis.

In seiner jetzigen Form behindert er Menschen, statt ihnen Teilhabe zu ermöglichen."
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Grünen lehnen den Entwurf in seiner aktuellen Form ab. Corinna Rüffer und Simone Fischer sehen die Privatwirtschaft faktisch von verbindlichen Regeln freigestellt und kritisieren, dass das Wirtschaftsministerium verbindliche Vorgaben blockiert habe. Sie fordern ein echtes Recht auf Teilhabe statt freiwilligem Ermessen.

Dieses Gesetz ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen mit Behinderung, die seit Jahrzehnten in Deutschland vertröstet werden."
AfD

Die AfD kritisiert den Entwurf wegen zu unklarer Begriffe wie 'angemessene Vorkehrungen' und 'unverhältnismäßige Belastung', die aus ihrer Sicht Rechtsunsicherheit für Unternehmen schaffen. Jan Feser bezeichnete den Entwurf als 'regelungstechnischen Rohrkrepierer'. Peter Bohnhof forderte klare, umsetzungsorientierte Regeln statt schwammiger Formulierungen.

Statt Klarheit gibt es Rechtsunsicherheit, statt Hilfe im Alltag neue Behörden, noch mehr Papierkram."
Die Linke

Die Linke lehnt den Entwurf ebenfalls ab. Sören Pellmann und Stella Merendino kritisieren, dass das Gesetz Barrierefreiheit zwar anstrebt, gleichzeitig aber die Wirtschaft vor jeder realen Verpflichtung schützt. Pellmann fordert ein Sozialversicherungssystem, in das alle einzahlen, um Inklusion zu finanzieren.

Dieses Gesetz schützt die Wirtschaft, und es schützt insbesondere die Wirtschaft vor Menschen mit Behinderung."
02

Krankenkassenbeiträge: Wer soll das bezahlen?

Hintergrund

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steht vor einer Deckungslücke von rund 15 Milliarden Euro im nächsten Jahr – bis 2030 könnte sie auf über 40 Milliarden Euro anwachsen. Die Bundesregierung hat ein erstes Reformpaket beschlossen, das Ausgaben bremst, aber auch den Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds um rund 1,75 Milliarden Euro kürzt. Die Grünen haben einen Gegenantrag eingebracht, der auf Basis von 66 Empfehlungen einer Expertenkommission eine Beitragssenkung um 2 Prozentpunkte fordert. Im Streit steht, ob Strukturreformen oder sofortige Einschnitte der richtige Weg sind – und wer die Lasten trägt.

Was heißt das für dich?

Steigende Krankenkassenbeiträge treffen alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer direkt im Geldbeutel: Wer 2 000 Euro brutto verdient, zahlt bereits heute über 350 Euro pro Monat allein für die Krankenversicherung. Jede Beitragserhöhung bedeutet weniger Netto vom Brutto. Gleichzeitig sind lange Wartezeiten beim Arzt, fehlende Psychotherapieplätze und überlastete Pflegekräfte Realitäten, die junge Menschen täglich erleben. Die Frage, wie das System finanziert und reformiert wird, entscheidet darüber, welche Versorgung die heutige Generation im Alter noch erwarten kann.

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CDU/CSU

Die Union verteidigt das Regierungspaket als notwendige Notbremse gegen einen drohenden Beitragsschock. Langfristig sollen Strukturreformen – etwa bei der Krankenhausplanung, Primärversorgung und Prävention – das System stabiler machen. Sascha van Beek und Katrin Staffler sehen die Koalition als handlungsfähig und den Grünen-Antrag als populistisch.

SPD

Die SPD unterstützt den Koalitionskurs, betont aber das Solidarprinzip der GKV. Serdar Yüksel wies AfD-Polemik gegen zugewanderte Fachkräfte scharf zurück und verwies auf deren unverzichtbare Rolle im Gesundheitssystem. Lina Seitzl betonte, Beitragsstabilität sei eine Frage des Vertrauens – nicht Selbstzweck.

Beitragsstabilität ist kein Selbstzweck. Sie ist eine Frage von Vertrauen."
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Grünen fordern, alle 66 Empfehlungen der Expertenkommission umzusetzen und damit die Beiträge um 2 Prozentpunkte zu senken. Britta Haßelmann und Misbah Khan kritisieren, die Koalition ignoriere die eigenen Experten und verschärfe das Problem, indem sie Geld aus dem Gesundheitsfonds entnehme. Die Grünen betonen Fehlversorgung, überteuerte Medikamente und ineffiziente Strukturen als eigentliche Kostentreiber.

Was Sie eine Reform nennen, nenne ich in höchstem Maße unseriös."
AfD

Die AfD nutzte die Debatte für eine Mischung aus Systemkritik und Polemik. Nicole Hess kritisierte, der Staat belaste Familien statt versicherungsfremde Leistungen aus dem Haushalt zu finanzieren. Martin Sichert hielt eine durch andere Fraktionen scharf abgelehnte Rede, die Zusammenhänge zwischen Migrationspolitik und dem Zustand des Gesundheitssystems behauptete.

Die Linke

Die Linke bezeichnet das Reformpaket als Angriff auf Versicherte und Beschäftigte. Ates Gürpinar und Stella Merendino fordern stattdessen, Reiche, Selbstständige und Beamte in ein einheitliches Sozialversicherungssystem einzubeziehen. Merendino verwies auf die drohende Insolvenz des Jüdischen Krankenhauses Berlin und die Kündigung von Entlastungstarifverträgen bei der Charité als konkrete Folgen.

Sie rennen mit der Kettensäge durch das Gesundheitssystem."
03

Solidaritätszuschlag: Gerecht oder überholt?

Hintergrund

Der Solidaritätszuschlag wurde 1991 zur Finanzierung der deutschen Wiedervereinigung eingeführt. Seit 2021 zahlen ihn nur noch die einkommensstärksten 10 Prozent der Bevölkerung – wer ein zu versteuerndes Jahreseinkommen unter rund 75 000 Euro hat, ist befreit. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte 2025, dass der Restsoli verfassungsgemäß ist. Die AfD stellte erneut einen Antrag zur vollständigen Abschaffung. Alle anderen Fraktionen lehnten ab – teils wegen fehlender Gegenfinanzierung, teils aus grundsätzlich unterschiedlichen Positionen zur Steuergerechtigkeit.

Was heißt das für dich?

Wer weniger als 75 000 Euro im Jahr versteuert, zahlt gar keinen Soli – das betrifft die überwiegende Mehrheit der unter 30-Jährigen. Die Abschaffung würde diese Gruppe also direkt nicht entlasten. Wer hingegen gut verdient oder ein Unternehmen besitzt, würde profitieren. Relevanter für junge Menschen ist die Frage dahinter: Wie finanziert der Staat öffentliche Aufgaben, von Bildung über Infrastruktur bis zur sozialen Sicherung? 13 Milliarden Euro Einnahmen, die wegfallen, müssen irgendwo anders her oder führen zu Kürzungen.

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CDU/CSU

Die Union sieht den Restsoli als zu Recht abzuschaffend, lehnt aber eine isolierte Streichung ohne Gegenfinanzierung und Gesamtkonzept ab. Olav Gutting und Florian Dorn plädieren dafür, den Soli in eine umfassende Einkommensteuerreform einzubetten, die auch die Mitte entlastet.

Steuerreform first, Soliabschaffung second."
SPD

Die SPD lehnt die Abschaffung ab. Parsa Marvi verwies auf das Verfassungsgerichtsurteil und betonte, dass ein Wegfall 13 Milliarden Euro Lücke ohne Gegenfinanzierung reißen würde. Die SPD will stattdessen gezielt niedrige und mittlere Einkommen entlasten.

Was Sie als AfD hiermit fordern, ist vor allem eines: ein Steuergeschenk, das am Gemeinwohl vorbeigeht."
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Grünen wollen den Soli in den regulären Einkommensteuertarif integrieren statt ihn ersatzlos zu streichen. Sascha Müller betonte, kleine und mittlere Einkommen müssten durch andere Maßnahmen entlastet werden, etwa durch eine Absenkung der GKV-Beiträge und höhere Freibeträge.

Der Antrag der AfD ist sozial ungerecht und löst keine Probleme."
AfD

Die AfD fordert die vollständige und sofortige Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Kay Gottschalk bezeichnete die anhaltende Erhebung als Ungerechtigkeit gegenüber Leistungsträgern und Unternehmen. Der Antrag blieb ohne Mehrheit.

Machen Sie einen Anfang, und beerdigen Sie endlich den Soli!"
Die Linke

Die Linke verteidigt den Soli als sozial gerechtes Instrument, da er nur Spitzenverdiener trifft. Doris Achelwilm sprach sich gegen die Abschaffung aus und warb dafür, die Vermögensteuer zu reaktivieren, um öffentliche Aufgaben langfristig zu finanzieren.

Anders als die AfD ist der Solidaritätszuschlag wirtschaftlich sinnvoll und sozial gerecht."

Themenfokus & Konfrontation

Wer blieb beim Thema – wer griff an?

Eine KI-Einordnung, wie konsequent die Fraktionen beim eigentlichen Thema geblieben sind – und wie konfrontativ sie dabei gegenüber anderen aufgetreten sind.

Skala 1–10 · Themenfokus: 10 = voll beim Thema, 1 = vom Thema abgewichen · Konfrontation: 1 = konstruktiv, 10 = maximal konfrontativ

CDU/CSU
Themenfokus 8Konfrontation 4

Die Unions-Redner blieben überwiegend beim jeweiligen Tagesordnungspunkt und argumentierten sachbezogen. Kritik an der Opposition war teils scharf, aber selten persönlich – Katrin Staffler mit 'plumper Populismus' war eine der pointierteren Ausnahmen.

SPD
Themenfokus 8Konfrontation 4

Die SPD argumentierte inhaltlich fokussiert, leistete sich aber beim Gesundheitsthema auch offensive Einschätzungen gegenüber den Grünen. Serdar Yüksels direkte Replik auf die AfD-Rede war konfrontativ, aber sachlich begründet und blieb ein Einzelfall.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Themenfokus 8Konfrontation 6

Die Grünen waren thematisch stark aufgestellt, aber teils sehr polemisch in der Sprache – Corinna Rüffers 'Schlag ins Gesicht' und die heftigen Zurufe in der Gesundheitsdebatte trieben die Konfrontation nach oben. Der sachliche Gehalt blieb aber durchgängig erkennbar.

AfD
Themenfokus 3Konfrontation 9

Die AfD-Redner nutzten alle drei Debatten für themenfremde Angriffe: Martin Sichert verband die Gesundheitsdebatte mit Migrationspolitik, Jörn König verglich Sportförderung mit Asylleistungen, Kay Gottschalk griff die SPD als 'Verräter der Arbeiterklasse' an. Der Sachbezug war weitgehend instrumentell.

Die Linke
Themenfokus 7Konfrontation 6

Die Linke blieb inhaltlich gut am Thema, formulierte aber regelmäßig in scharfer Anklage gegen die Koalition. Stella Merendinos persönlicher Angriff auf Hendrik Streeck wegen dessen Krankenhausbesuch war die schärfste Spitze – ansonsten politisch konfrontativ, aber selten ad personam.